Geschichte

Die Erfolgsgeschichte des Geburtshauses Zürcher Oberland krönt den unternehmerischen Wagemut der Gründungsfrauen. Nachstehend finden Sie Informationen und Highlights aus über 20 Jahren Geburtshausgeschichte, die auch die Frauen- bzw. Gesundheitspolitik geprägt hat.

 

Highlights aus unserer Geschichte

1-9-9-2 kroch das Geburtshaus aus dem Ei…

Das Geburtshaus Zürcher Oberland wurde am 23. März 1992 von sieben mutigen Frauen gegründet: Den Hebammen Bea Bürge, Silvie Baumann, Gisela Burri, Elvira Herger, Ruth Riggenbacher, Susanne Baumann sowie der Hotelfachfrau Ursa Kübler. Nachdem die Gruppe in Wald/ZH eine geeignete Liegenschaft gefunden hatte, ging es Schlag auf Schlag: Nach nur zwei Monaten Umbau eröffnete das Geburtshaus Zürcher Oberland am 1. Juni 1993 seine Türen. Ab 1. Januar 1994 verstärkten Elisabeth Fiedler und Bea Angehrn das Hebammen-Team. Dank vieler engagierter Hebammen und Hausbereichsfrauen die dazu stiessen, konnten bereits in Wald/ZH bis zu 152 Familien pro Jahr betreut werden.

Die Gründungsfrauen, die an jenem kalten Abend in Tann hochfliegende Pläne schmiedeten, schrieben ein Stück (Frauen-)Geschichte. 20 Jahre später ist das Geburtshaus Zürcher Oberland das geburtenreichste Geburtshaus der Schweiz. Und was damals lediglich ein Traum einiger weniger Pionierinnen war, gewinnt zunehmend an Boden: Immer mehr Frauen wünschen sich eine ganzheitliche Geburtshilfe, die es ihnen ermöglicht, selbstbestimmt und in Würde natürlich zu gebären.

Meilensteine auf dem Weg zum grössten Geburtshaus der Schweiz

1993
  • 1. Juni: Eröffnung des Geburtshauses Zürcher Oberland an der Tösstalstrasse 30 in Wald/ZH.
  • 3. Juni: Die 1. Geburt im Geburtshaus – es ist ein Mädchen und heisst Andrea Meier.

1994

  • 22. Mai: Die 100. Geburt im Geburtshaus.
  • Juni: Wir ändern die Rechtsform und sind nun eine Einfache Gesellschaft. Der Verein Geburtshaus Zürcher Oberland wird zum Förderverein Geburtshaus Zürcher Oberland.

1996

  • Das KVG Krankenversicherungsgesetz tritt in Kraft. Das Geburtshaus wird erstmals auf die Kantonale Spitalliste aufgenommen.
  • März: Aufnahme der Verhandlungen mit dem Zürcher Krankenkassenverband und der Regierung des Kantons Zürich.
  • 11. März: Das Schweizer Fernsehen filmt im Geburtshaus für die Sendung «LIPSTIK».

1997

  • 5. Juni: Die 500. Geburt im Geburtshaus! Der Junge heisst Basil.

1998

  • März: Umstrukturierung im Betrieb. Wir bilden ein Leitungsteam mit drei Hebammen für die Bereiche “Geburtshilfe” (Silvie Baumann), “Hausbereich” (Gisela Burri) und “Administration” (Bea Bürge).
  • 7. Juni: 5-Jähriges Jubiläumsfest auf dem Bleiche-Areal in Wald.

1999

  • 26. Dezember: Der Regierungsrat des Kantons Zürich setzt den Tarif für Geburt und den stationären Wochenbettaufenthalt im Geburtshaus verbindlich fest. Das Geburtshaus Zürcher Oberland wird auf die Spitalliste A aufgenommen. Alle Kosten werden ab 1. Januar 2000 aus der Grundversicherung gedeckt.

2000

  • 26. Januar: Der soeben errungene Erfolg ist bedroht: Der Krankenkassenverband des Kantons Zürich reicht beim Bundesamt für Justiz Rekurs wegen der Aufnahme des Geburtshauses auf die Spitalliste A ein.

2001

  • 26. Dezember: 1000. Geburt im Geburtshaus. Der Junge heisst Jan.

2002

  • 26. Januar: Fest zum Anlass der 1000 Geburtshaus-Kinder.
  • Krankheitshalber Rücktritt von “ Gründerin “ Bea Bürge aus dem Geburtshaus.

2003

5. Februar: Wir können vorerst aufatmen. Der Regierungsrat beschliesst, dass das Geburtshaus Zürcher Oberland vorläufig auf der Spitalliste als A Spital bleibt.

Silvie Baumann und Gisela Burri sind Vorsitzende der einfachen Gesellschaft und leiten das Geburtshaus.

  • 1. Juni: 10 Jahre Geburtshaus! Grosses Dorffest zusammen mit dem Behindertenzentrum Wald (WABE).
  • 8. Dezember: Erfolg! Der Beschluss, die Geburtshäuser im KVG zu verankern, kommt in der Einigungskonferenz durch.
  • 17. Dezember: Die 2. KVG Revision wird vom Parlament abgelehnt.

2004

  • 16. April: SF DRS1 filmt für die Sendung „Quer“ eine Geburt im Geburtshaus Wald zum Thema „Plan-Kaiserschnitt contra natürliche Geburt“.

2005

  • Sommer: Das Parlament verschiebt das Traktandum “Geburtshäuser ins KVG” auf die Herbstsession.
  • 7. August: 1500. Geburt im Geburtshaus. Der Junge heisst Philipp.

2006

  •  3-er Leitungsteam Bea Angehrn stellt sich zu Verfügung. Bisherige Leitungs-Hebammen,Silvie Baumann-Froesch und Gisela Burri-Renz.
  • Ab 1. Januar: Ein herber Rückschlag: Das Geburtshaus Zürcher Oberland wird vorläufig von der Spitalliste A des Kantons Zürich gestrichen. Die Geburten müssen wieder wie früher nach dem Hebammentarif der freiberuflichen Hebamme abgerechnet werden und die Frau/Eltern müssen für die Betriebskosten und das stationäre Wochenbett selber aufkommen, sofern keine entsprechende Zusatzversicherung vorliegt.
  • 23. März: Der Nationalrat stimmt mit 103 Ja zu 55 Nein bei 7 Enthaltungen der Aufnahme der Geburtshäuser ins Krankenversicherungsgesetz KVG zu.

2007

  • 21. Dezember: Im Bundeshaus wird die Debatte um die Spitalfinanzierung abgeschlossen, ein Meilenstein erreicht: Die Geburtshäuser sollen im KVG verankert werden und somit schweizweit den Spitälern gleichgestellt werden!

2008

  • Die Interessengemeinschaft Geburtshäuser Schweiz IGGH-CH nimmt als Vertretung aller 21 Geburtshäuser die Tarifverhandlungen für die DRG 2012 auf.
  • Das Geburtshaus Zürcher Oberland beantragt die Aufnahme auf die Spitalliste des Kantons Zürich. Spitalplanung für 2012.
  • 1. Juni: 15. Geburtstag. Es findet ein grosses Familienfest mit Sternmarsch auf dem Bachtel statt. Gastredner ist Regierungsrat Thomas Heiniger (Festrede_ThomasHeiniger_Regierungsrat_080601 (PDF, 135 Kb).
  • 1. November : Wir haben unser neues Geburtshaus gefunden! Besichtigung des Hotels Schürli in Bäretswil/ZH.
  • 18. Dezember: Vorkaufsvertrag für das Hotel Schürli in Bäretswil wird vom Leitungsteam (Silvie Baumann, Gisela Burri und Beatrix Angehrn) unterzeichnet.

2009

  • 1. Januar: Die Geburtshäuser sind im KVG verankert, die Tarifverhandlungen laufen.
  • 5. Februar: Kauf der Liegenschaft Hotel Schürli in Bäretswil und Änderung der Rechtsform in die Aktiengesellschaft Geburtshaus Zürcher Oberland AG. Aktionärinnen sind die fünf Hebammen, die das Geburtshaus neu leiten: Silvie Baumann, Gisela Burri, Bea Angehrn (alle bisher) sowie Marlene Bühler und Karin Lietha (neu im Team).
  • 1. Mai: Der Umbau des ehemaligen Hotel Schürli beginnt.
  • 3. Juni: Dernière im Geburtshaus in Wald, der Betrieb bleibt noch bis 28. Juni offen.
  • 27. Juni: Eröffnung des neuen Geburtshauses in Bäretswil/ZH.
  • 28. Juni: 1. Geburt im neuen Haus.
  • 5. August: 2000. Geburt vom Geburtshaus Zürcher Oberland. Erneut ein Junge, er heisst Jonathan.

2010

  • Wir haben uns gut eingelebt im neuen Haus. Im ersten Betriebsjahr am neuen Standort stellen wir mit 162 Babys einen neuen Geburtenrekord auf (1995 waren es 152).

2011

  • Mai: Ein riesiges Highlight! Die (erneute) Aufnahme auf die kantonale Spitalliste des Kantons Zürich 2012 ist gesichert d.h. ab 1.1.2012 werden alle Leistungen von den Krankenkassen über die Grundversicherung gedeckt. Damit können werdende Eltern den Geburtsort ihres Kindes endlich wieder frei wählen, ohne von finanziellen Überlegungen geleitet zu werden.
  • Stand Ende Jahr: 177 Geburten.

2012

  • 1.1.2012: In den Spitälern der Schweiz wird auf die DRG Fallpauschalen-Abrechnung umgestellt. Auch das Geburtshaus Zürcher Oberland rechnet neu nach diesem System ab.

2013

  • 7. Juni: Grosses Fest zum 20-jährigen Bestehen des Geburtshauses Zürcher Oberland.
  • Zum Jubiläum erscheint erstmals ein Geburtshaus-Kochbuch mit den feinen und gesunden Rezepten, die im Wochenbett so viele Familien begeistern.
  • Wir stellen den Betrieb auf 3 Schichten à je 8 Stunden um und sind finanziell erstmals in der Lage, den im Geburtshaus tätigen Hebammen feste Anstellungsverträge auszustellen.
  • Stand Geburten Ende Jahr: 287 natürlich geborene Kinder. Ein neuer Geburtenrekord!

2014

  • Auf politischer Ebene leiten wir juristische Schritte ein, weil die Gesundheitsdirektion die Wahlfreiheit der Frauen unrechtmässig beschränkt und bewährte Hebammenkompetenzen beschnitten werden sollen.
  • Am 10.November stirbt Bea Bürge  * eine Gründerin *nach langer tapfer ertragener Krankheit.
  • DATUM: Das 3500. Geburtshaus-Baby kommt zur Welt.

2015

  • 1. Januar: Die Gesundheitsdirektion verweigert ab 1.1.2015 die Bezahlung der natürlichen Geburt im Geburtshaus wenn die vorangegangene Schwangerschaft der Mutter mit einem Kaiserschnitt beendet wurde (sogenannter „Status nach Sectio“). Die jährlich über 4000 überflüssigen Kaiserschnitte bezahlt die Gesundheitsdirektion Zürich allerdings weiterhin.
  • Frühling: In dieser Angelegenheit legt eine Schwangere mit Status nach Sectio Rekurs ein. Die beiden Geburtshäuser im Kanton Zürich unterstützen den Rekurs sowie die betroffenen Frauen (aufgrund der Kaiserschnittrate von 37% sind dies immerhin mehr als ein Drittel aller Mütter). Sie verfassen drei Repliken an die Gesundheitsdirektion und geben ein Rechtsgutachten in Auftrag.
  • Sommer: Der renommierte Verfassungsrechtler Prof. Dr. Rainer J. Schweizer kommt in einem Gutachten zum Schluss, dass die Einschränkung der Wahlfreiheit der Schwangeren teilweise verfassungswidrig ist. Wir werden politisch aktiv und lancieren u.a. eine Petition an die Gesundheitsdirektion Zürich.
  • Am  2. Oktober verstirbt Pia Knüsel, unsere Hebammenkollegin aus Einsiedeln, nach kurzer schwerer Krankheit.
  • 30. November: Austritt der Hebamme und Aktionärin Maria Magadalena (Marlene) Bühler. Die Verantwortung für das Ressort „Hausbereich“ übernimmt neu Sue Barratt mit Stellvertretung durch Gisela Burri.

2016

  • Ein weiterer Meilenstein! Politikerinnen beantragen beim Regierungsrat die Förderung hebammengeleitete Modelle in Kliniken und insbesondere im ausserklinisch Setting, da die hohe Qualität der Hebammenbetreuung sowie deren  Outcomes für Mutter und Kind überzeugen. Derweil steigt die Kaiserschnittrate im Kanton Zürich weiter an: 2014 durchschnittlich 37%, in gewissen Kliniken wie z.B. Hirslanden bis zu 64%.
  • 5.5. am internationalen Hebammentag: Launch unserer neuen Homepage.