Die Geburt von Louis

Louis, der Sohn von Franziska und Jacques, kam mitten im Winter im Geburtshaus zur Welt.

 

Wie alles begann

Einige Jahre haben mein Mann und ich uns damit auseinander gesetzt, ob jemand drittes mit uns ins Leben ziehen soll oder nicht. Für uns Eltern war nicht von vornerein klar, ob wir Kinder wollen oder nicht. So haben wir mit zig Diskussionen, Träumereien, Befürchtungen hin und her gemacht und uns schlussendlich entschlossen, die Verhütung beim ersten gesichteten Schneeglöckchen im Jahr 2013 abzusetzen. Und wie wenn Louis nur so auf seine Chance gewartet hätte, nahm er seine Füsschen in die Hand und spurtete los.

Erstaunt, erfreut, gespannt, manchmal ein wenig angespannt, ob der nächste Untersuch bei der Frauenärztin gut verläuft, mich auf verschiedenste Art und Weise informierend und im grossen und ganzen sehr entspannt und unterstützt habe ich die Schwangerschaft genossen. Da wir ein wenig abgelegen wohnen, wusste ich nicht, ob ich die Wintermonate vor der Geburt zu Hause verbringen konnte. Ich wünschte es mir aber sehr. Der Wettergott hat uns dann sehr milde und schneefreie Wochen geschenkt und meine Kräfte geschont.

Die Geburtsvorbereitungen

Die abgelegene Lage auf 900 m. ü. M. und der Geburtszeitpunk im Winter haben uns von einer Hausgeburt abgehalten. Da ich sehr begeisterungsfähig und deshalb auch gut beeinflussbar bin, vermutete ich, dass ich in einem Spital schnell zu medizinischen Dingen überredet werden konnte, die ich im vornerein und nachhinein bereuen würde. Deshalb haben wir uns um ein Geburtshaus gekümmert. Das nächste für uns ist momentan dasjenige in Bäretswil. Sage und schreibe eine Stunde Autofahrt entfernt! Das hat mich stark verunsichert und ich hatte die Pläne schon fast abgeschrieben. Bis ich per Zufall eine Hebamme kennen lernte, die mir gut zugeredet hat, dies doch zu probieren. Die Homepage, erste Telefonate und der erste Besuch im Geburtshaus haben mich sofort überzeugt. Es fühlte sich so richtig an. Auch mein Mann hat sich sehr wohl und mit seinen Gedanken ernst genommen gefühlt. Auch der Besuch bei unserer zweiten Wahl, dem nächstgelegenen Spital von uns hat bestätigt, dass wir unbedingt nach Bäretswil wollten. So fieberte ich auf das Datum hin, bei dem einer Aufnahme im Geburtshaus nichts mehr im Wege stand und hoffte auf schneefreie Strassen und eine gute Fahrt.

Vorbereitend habe ich von meiner Schwester von Hypnobirthing gehört und einen Kurs zusammen mit meinem Mann besucht. Die Hebamme, welche den Kurs leitete, ist uns so sympathisch, dass wir heute noch eine Meldung von ihr auf dem Anrufbeantworter haben. Wir hatten einfach Glück bei den Personen, die uns unterstützten während der Schwangerschaft. Den Kurs in Hypnobirthing und die darauf folgenden täglichen (!) Entspannungsübungen, Massagen und weitere Vorbereitungen waren nebst der Wahl des Geburtsortes, der tollen Unterstützung meines Mannes und des kommenden Kindes ein sehr wichtiges Puzzlestück für die wunderbare Geburt.

Die Geburt

 Der Geburtstermin wurde anfänglich von der Frauenärztin auf den 11. Februar 2014 berechnet. Und just in der Nacht vom 10. auf den 11. Februar habe ich in der Nacht ein Käuzchen heulen gehört und bin ruckartig im Bett aufgesessen. Da ist die Fruchtblase (zufällig?) auch gleich aufgegangen und ich und mein Mann haben versucht, wie vorgängig mit unserer Hebamme des Geburtshauses besprochen, weiter zu schlafen und erst am nächsten Morgen ein Telefon zu machen. Wir versuchten es… Am Morgen ging es dann noch ohne gross Wehen gemächlich auf schneefreien Strassen Richtung Bäretswil. Auch die folgenden Stunden verstrichen, ohne dass sich viel getan hat. Meine Befürchtung, dass es zu lange dauern könnte, bis Louis auf die Welt kommt, haben die Hebammen vom Geburtshaus ernst genommen und mit jeglichen Hilfsmitteln geholfen, dass es zu einer Geburt bei ihnen kommen konnte. Durch die Nähe und Unterstützung meines Mannes und der ruhigen, kompetenten, Raum lassenden und in den passenden Momenten mit Tricks und motivierendem Zureden helfenden Hebammen, kam es zu einer in der Erinnerung fast schmerzfreien Geburt im Wasser. Die Vorbereitungen mit Hypnobirthing haben bestimmt auch einiges dazu beigetragen, dass ich ruhig und entspannt an dieses grosse Ereignis herantreten konnte.

Das Wochenbett

Das Wochenbett fühlte sich wie ein familiärer Hotelaufenthalt an. Gutes, gesundes Essen, wunderschöne Familienzimmer, lachende Gesichter, Verbundenheit durch die erlebten Stunden und dann die kompetente, feine Unterstützung vor allem beim Stillen waren grossartig. Als nach ein paar Tagen die Verabschiedung vom Geburtshaus anstand, waren wir einerseits sehr gespannt auf unseren Alltag zu dritt, andererseits ein bisschen wehmütig ab der grossartigen Betreuung, die wir aufgeben mussten.

Zum Abschluss

Das Schönste an der Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett ist für mich das Glücksgefühl und die Dankbarkeit, die ich verspüre, dass so vieles so gut gelungen ist. Ich trage diese Erlebnisse dankbar in meinem Herzen. Ich bin dankbar für all die Menschen, die uns beim Start als Familie so gut unterstützt haben. Danke!

Dies und Ähnliches wünsche ich allen werdenden Eltern und rate ihnen, einfach mal im Geburtshaus in Bäretswil vorbei zu schauen und sich von der Atmosphäre inspirieren zu lassen. Vielleicht passt‘s ja…

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