„Ich würde gerne nochmals eine Geburt erleben“

Bettina Keller (geb. 1980) ist die Mutter von Mia, die am 5.3.2011 im Paracelsus Spital Richterswil geboren wurde, und von Lian, welcher am 25.4.2013 im Geburtshaus Zürcher Oberland zur Welt kam.

 

Ich hatte einen Blasensprung und dann 24 Stunden keine Wehen. Die Hebamme hat mich durch den Tag begleitet und auf verschiedenen Ebenen stimuliert, um die Geburt zu aktivieren. Als es dann los ging und ich in die Badewanne stieg, ging dann doch alles ziemlich schnell und ich durfte eine wundervolle Wassergeburt erleben.

Bettina, warum hast Du Dich für das Geburtshaus Zürcher Oberland entschieden?

Nachdem wir am Info-Nachmittag waren und ich die schönen Geburtstempel gesehen habe, war es für mich ganz klar, dass ich mein zweites Kind hier gebären will. Die positive Energie und Herzlichkeit, die im Geburtshaus herrscht, löst bei mir heute noch Hühnerhaut aus. Für mich war schon beim ersten Kind klar, in ein ‚normales’ Spital möchte ich nicht gehen, auch wenn wir damals nur 10 Minuten von einem entfernt wohnten. Bei der Besichtigung der Geburtsabteilung standen mir die Haare zu Berg! Per Zufall waren wir dann einmal in Richterswil und ich durfte die Geburtszimmer anschauen und fand die Atmosphäre im Vergleich zu den besichtigten Zimmern des Spitals viel besser. Beim zweiten Kind wäre es bis nach Richterswil fast 1 Stunde Fahrt gewesen… So bin ich dann aufs Geburtshaus gestossen. Und dem fantastischen Geburtserlebnis mit Lian stand nichts mehr im Weg.

Hast Du denn auch gleich die Schwangerschafts-Kontrollen im Geburtshaus gemacht?

Mein erster Termin war erst im letzten Drittel der Schwangerschaft. Die Hebammen bei den Kontrollterminen haben mich immer sehr ernst genommen, z.B. habe ich grosse Angst vor Spritzen. Bei der letzten Kontrolle vor dem Geburtstermin wollte man mir nochmals Blut nehmen, um den Eisenwert zu messen. Ich habe dann gesagt, dass man jetzt ja sowieso nichts mehr daran ändern könne und ich Nadeln absolut hasse und zu meinem grossen Erstaunen liess man mich gehen ohne nochmals Blut zu nehmen! Ich hatte sehr das Gefühl, dass in jeder Situation individuell entschieden wurde und nicht nach „Lehrbuch“ und Vorschriften.

Was möchtest Du über die Geburt von Lian teilen?

Ich hatte einen Blasensprung und dann 24 Stunden keine Wehen. Gisela hat mich durch den Tag begleitet und auf verschiedenen Ebenen stimuliert, um die Geburt zu aktivieren. Als es dann los ging und ich in die Badewanne stieg, ging es dann doch alles ziemlich schnell und ich durfte eine wundervolle Wassergeburt erleben. Auch als sich die Plazenta nicht sofort löste, blieben die anwesenden Hebammen ruhig und gaben meinem Körper die nötige Zeit dafür. Ich bin zutiefst dankbar, dass ich den 25. April 2013 im Geburtshaus erleben durfte!

War das Geburtserlebnis so, wie Du es Dir gewünscht hast?

Absolut! Auf jeden Fall! Ich habe von Kolleginnen ziemlich traurige Geburtserlebnisse gehört und bin mir fast sicher, dass es sich im Geburtshaus anders abgespielt hätte. Übrigens fühlte sich auch mein Mann bei der Geburt sehr gut aufgehoben. Meine Entspannung hat sich natürlich auf ihn übertragen… Ich wollte einfach so natürlich und frei wie möglich gebären, aber doch die Sicherheit von erfahrenen Menschen um mich haben.

Welche Rahmenbedingungen waren Dir für die Geburt wichtig?

Ruhe und kein Druck… Es wäre mein Horror gewesen, wenn plötzlich jemand über mich entschieden und bestimmt hätte „so und so läuft das jetzt hier“. Ich habe die Betreuung als sehr menschlich, kollegial, familiär, respektvoll, natürlich und feinfühlig erlebt, was mir sehr wichtig war.

Welche Gründe haben Dich dazu bewogen, das Wochenbett im Geburtshaus zu verbringen?

Es ist die unberührte Zeit nach dem Magic Moment der Geburt. Da darf es nur eins geben und zwar die Familie und das warme Umfeld des Geburtshauses. Es war schön, dass mein Mann auch bei mir schlafen konnte. Ich fühlte mich wie in einem gut behüteten Cocon. Und was natürlich nicht zu vergessen ist, ist das mega super feine Essen am gemeinsamen Tisch.

Sprichst Du mit Kolleginnen über Deine Geburtserfahrungen?

Ja, wenn ich meinen Kolleginnen erzähle, dass ich gerne nochmals eine Geburt erleben würde, können das die meisten nicht verstehen. Aber es zeigt mir ganz klar, wie super gut dass das Geburtshaus ist. Jede Schwangerschaft und jede Geburt ist einzigartig und da gibt es glaube ich keine Norm, darum braucht es dazu fähige Leute und ein Umfeld, die jede Situation sehr individuell angehen. Unsere Familienplanung ist abgeschlossen, aber ich würde nur zu gerne noch einmal schwanger werden, um nochmals Zeit im Geburtshaus verbringen zu dürfen.

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