„Sicherheit war für uns ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Geburtsortes“

Für R. und I.M. ging mit der Geburt ihres Sohnes Luan ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Die achtsamen und sehr kompetenten Hebammen im Geburtshaus vermittelten den beiden grosse Sicherheit und bewogen das Paar, ihr erstes Kind im Geburtshaus willkommen zu heissen.

 

Ich assoziiere Spital mit Krankheit und alleine der dortige Geruch ist für mich energieraubend. Dies war der Grund, weshalb für mich eine Spitalgeburt, wenn nicht nötig, nicht in Frage kam. Ich dachte zuerst an eine Hausgeburt, was für meinen Ehemann jedoch nicht in Frage kam. Glücklicherweise kannten wir das Geburtshaus, da meine Schwester dort zwei gesunde Kinder zur Welt brachte. Nach dem dortigen Info-Nachmittag fanden wir mit dem Geburtshaus den goldenen Mittelweg von Haus- und Spitalgeburt! Die liebevolle Atmosphäre war stark spürbar und zieht sich durch jede vorhandene Räumlichkeit. Die Hebammen vor Ort sind achtsam und sehr kompetent in ihrem Handwerk. Dies vermittelte uns grosse Sicherheit, was für uns beide ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Geburtsortes war.

Obwohl ich zu meinem Frauenarzt ein gutes Verhältnis habe, verliefen die ersten zwei Schwangerschaftskontrollen nicht sehr glücklich. Ich war dabei sehr angespannt und hatte bei den Ultraschallkontrollen Angst, etwas sei nicht gut. Die ärztlichen Kontrollen und Gespräche gaben mir wenig Halt. Nach dem Organscreening in der 20. Schwangerschaftswoche habe ich mich dann entschlossen, die weiteren Vorsorgeuntersuchungen im Geburtshaus zu machen. Ein sehr heilsamer Entschluss für mich. Die Begleitung war hervorragend, jede Frage und alle Ängste hatten Platz. Dadurch konnte ich einen innigen Kontakt zu meinem Kind aufbauen und Ängste sich in Urvertrauen transformieren. Die Möglichkeit, jederzeit (24 Stunden) anrufen zu dürfen, war für mich sehr wertvoll. Mehrmals durfte ich ausserterminlich und nicht zu Geschäftszeiten vorbei gehen und die Hebamme vor Ort hat sich Zeit genommen für mich. So konnte ich z.B. einfach kurz vorbei gehen, um die Herztöne zu hören oder die Hebamme tastete meinen Bauch ab oder gab mir sonstige Tipps mit auf den Weg, die mich wieder in meine Kraft und Mitte führten. Zur Geburtsvorbereitung ging ich gemeinsam mit meinem Mann in die Haptonomie. Dort geht es darum, mit dem Kind in Kontakt zu sein. Diese Verbindung führt und trägt den Geburtsprozess.

Die Geburt von Luan Maurin hat 18 Stunden gedauert. Davon war ich 9 Stunden im Geburtshaus und wurde konstant von einer Hebamme betreut. Die Hebamme hat mich motiviert, beruhigt, massiert und immer im richtigen Moment mit all ihren vorhandenen Möglichkeiten wie Lagewechsel, Musik, Homöopathie etc. unterstützt. Ich fühlte mich dabei kompetent gestützt und geführt. Bei der Austreibungsphase kam eine zweite Hebamme dazu. Dieser „frische“ Wind und andere Inputs gaben mir nochmals die nötige Kraft, das Kind zur Welt zu bringen. Mein Mann wurde sehr schön integriert, so war das Geburtserlebnis etwas Gemeinsames. Bei meinem Mann vermischten sich Freude- und Erschöpfungstränen, als er seinen Sohn sah! Beruhigend zu wissen war für uns, dass im Notfall ein Arzt abrufbar gewesen wäre und eine gute Zusammenarbeit mit dem Spital Wetzikon besteht. Das schön gestaltete Geburtszimmer half mir, mich wohl zu fühlen. Dass ein Kind natürlich geboren werden kann, war für mich sehr wichtig. Dieser wundervolle Start ins Leben, ist ein kraftvolles Fundament für bevorstehendes Leben!

Im Wochenbett die Möglichkeit zu haben, als Familie anzukommen war sehr wertvoll. Die Zeit zu haben um anzukommen, zu staunen und berühren ist wunderbar und sich dabei auf hohem Niveau kulinarisch verwöhnen zu lassen ist sehr aufbauend für Körper, Geist und Seele. Auch der Vater sollte wenn möglich im Wochenbett übernachten (es gibt auch Bier :-), 24 Stunden zur Verfügung stehen und bei kleinen oder grösseren Anliegen liebevoll helfen. Für den Übergang nach Hause wurde auch gut gesorgt und nützliche Tipps mitgegeben. Es fühlte sich an, wie in einem Cocon umsorgt zu sein. Die Geburt von Luan oder Sequenzen daraus begleiten mich noch heute in ruhigen Momenten. Nicht integrierte Momente der Geburt konnte ich in einer Cranio Sacral-Sitzung aufheben.

Ich wünsche mir für werdende Eltern, dass sie sich über die Geburt in einem Geburtshaus eine eigene Meinung mittels Besuch einer Infoveranstaltung bilden. Oft stehen vorhandene Dogmen und unbegründete Ängste einer natürlichen Geburt im Weg. Für mich ist das Geburtserlebnis ein sehr prägendes Ereignis und meine Rolle als Frau wurde dadurch positiv gestärkt. Es ist schade, wird diese kompetente Begleitung während der gesamten Schwangerschaftsdauer bis und mit Geburt nicht öfters genutzt.

Mein Mann und ich erlebten es als sehr wertvoll, dass der Vater ab der Geburt volle zwei Wochen Urlaub genommen hatte. Dies half einerseits, mich als Frau bei Alltagsarbeiten zu entlasten, andererseits war es für meinen Mann wertvoll, Zeit zu haben, sich mit seiner neuen Rolle auseinander zu setzen.

Ein Kind zu bekommen verändert alles und ist das schönste Geschenk im Leben!

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