„Wie ein Bungee- und Fallschirmsprung zusammen“

Janine Gabriel wurde mit 37 Jahren erstmals Mutter. Gemeinsam mit Partner Marco hiess sie am 20.11.2013 ihren Sohn Thierry im Geburtshaus willkommen. Ihr Lebensmotto? Gedanken sind Manifestation – unser Herz formt die Wirklichkeit.

 

Janine, welche Kriterien waren für Dich entscheidend bei der Wahl des Geburtsortes?

Mich hat die positive Atmosphäre/Heimeligkeit, meine persönliche Hebamme zu haben – ohne Ärzte und vor allem ohne Schmerzmittel und Zeitdruck in Sicherheit und Geborgenheit – dazu bewogen, im Geburtshaus Zürcher Oberland gebären zu wollen. Entscheidend für mich war, dass eine Geburt ein freudiges Ereignis ist und ich mein Kind nicht in einem Spital, sondern an einem positiven Ort begrüssen möchte, wo keine kranken Menschen liegen. Die Abläufe im Geburtshaus sind viel persönlicher, es herrscht keine Massenabfertigung und keine Hektik, kein Spitalgeruch, sondern eine gemütliche und heimelige Ausstrahlung, da es im kleinen Rahmen ist.

Wie hat die Geburt Deines Sohnes begonnen?

Nachdem ich 6 Tage übertragen hatte und mein Arzt infolge eines hohen Blasensprungs nicht sicher war, ob ich bereits Fruchtwasser verliere, hat er mich zur Abklärung ins nächste Spital geschickt, um festzustellen, ob keine Infektionsgefahr besteht. So kam ich am 5. Tag über dem Geburtstermin ins Spital. Obwohl keine Infektionsgefahr bestand, wollten sie so rasch wie möglich einleiten. Mein Mann und ich haben uns jedoch geweigert, im Spital zu bleiben, da auch nach Abklärung mit meiner Hebamme keine Gefahr fürs Baby bestand. Obwohl wir zur Entlassung unterschreiben mussten, verliessen wir das Spital, um am nächsten Tag in aller Ruhe (40 Minuten Fahrzeit) ins Geburtshaus zu fahren. Im Geburtshaus wurde die Geburt auf natürliche Art und Weise eingeleitet und noch am selben Abend kam das Baby gesund und munter auf die Welt. Es war das schönste Lebensereignis, welches ich zusammen mit meinem Mann je erlebt habe. Für den Vater ebenso unvergesslich, dass er dieses Naturwunder hautnah und natürlich miterleben durfte.

Hast Du die Schwangerschaftskontrollen bereits im Geburtshaus machen lassen?

Da ich am Anfang meiner Schwangerschaft Schmierblutungen hatte, bin ich ca. in der 3. SSW zu meinem Gynäkologen gegangen. Das Geburtshaus kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Ich habe nur die letzten drei Kontrollen im Geburtshaus gemacht. Für mich war dies eine gute Mischung, um für mein Gefühl auf der sicheren Seite zu sein.

Welche Erinnerungen hast Du an Deine Schwangerschaft?

Ich hatte eine wunderschöne Schwangerschaft ohne Übelkeit und andere Beschwerden. Bis zum 7. Monat habe ich regelmässig Sport getrieben (Yoga, Sypoba, walken etc). Mein Arzt war sehr einfühlsam, aber eher übervorsichtig. Dies hat oft zu Verunsicherungen meinerseits geführt. Mit meinen 37 Jahren galt ich als Risikoschwangere. Auch der Ersttrimester Test, welcher einfach ohne zu fragen und ohne Aufklärung gemacht wurde, hat für Verunsicherung gesorgt. Laut Ärzten hat die Nackenfalte nicht einen optimalen Wert aufgewiesen. Mein Gynäkologe riet mir zur Sicherheit, noch ein Ultraschall im Unispital Zürich zu machen. Der Arzt im Unispital sah nichts Auffälliges, riet mir aber trotzdem zu einer Fruchtwasseruntersuchung. Ich fragte ihn, welches Risiko grösser sei, das laut Statistik errechnete Risiko einer Fehlbildung oder das Risiko einer Fehlgeburt aufgrund der Fruchtwasseruntersuchung. Da ich trotzdem sehr verunsichert war, entschied ich mich dann schlussendlich für den neuen pränatalen Bluttest (PrenDia), welcher leider damals noch nicht von der Krankenkasse übernommen wurde. Dieses Erlebnis zeigte mir, wie sehr die Ärzte uns Frauen verunsichern können und wir unter solchen Umständen die Schwangerschaft nicht mehr geniessen können. Dieses Erlebnis hat mich noch mehr darin bestärkt, dass ich nicht in einem Spital gebären möchte.

Wie hast Du Dich für die Geburt vorbereitet?

Ich hatte bei Urs Camenzind den „Sanfte Geburt“-Kurs besucht, welchen ich nur weiter empfehlen kann. Bei ihm hörte ich zum ersten Mal, dass es Geburtshäuser gibt. Anschliessend habe ich die Meditationen und positiven Affirmationen während meiner ganzen Schwangerschaft gehört und mich so mental vorbereitet, als würde ich einen Marathon laufen. Die Geburt lief dann auch ganz nach meinem Drehbuch ab, das ich vorab selbst geschrieben hatte.

Wie denkst Du an das Wochenbett im Geburtshaus Zürcher Oberland zurück?

Ich habe das Wochenbett in sehr schöner, fast ein bisschen wehmütiger Erinnerung. Ich möchte dieses Erlebnis nie missen! Vor allem auch die Küche war vorzüglich und gesund, welche bestimmt zur Milchbildung und Erholung beiträgt. Übrigens darf man bis zu 5 Tagen bleiben, wobei man im Spital oft bereits am 3. Tag nach Hause muss. Dabei ist diese Zeit so wichtig, bis man sicher ist im Umgang mit dem Baby, sei es beim Stillen oder bei der Pflege.

Was möchtest Du abschliessend betonen?

Ich lege jeder Frau ans Herz, sich nebst dem Spital auch ein Geburtshaus anzusehen!

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