„Wir wollten frei sein und mitentscheiden können“

Eva Krönert (34) wohnt in Uster und ist Physiotherapeutin. Ihr Sohn kam 2014 bei uns in Bäretswil zur Welt.

 

Das Geburtshaus strahlt eine Wärme, Geborgenheit und Freundlichkeit aus, in der man sich sofort wohl fühlt. Die Hebammen dürfen ihre Arbeit so machen, wie sie es können. Die Nähe und die Bindung zu den Hebammen habe ich sehr geschätzt und ich hatte das Gefühl, man würde als Eltern noch mehr mitentscheiden können und müsse nicht alles so nehmen, wie es irgendjemand für richtig hält.

Was hat den Ausschlag gegeben, ins Geburtshaus zu gehen?

Ich habe das Geburtshaus durch eine Freundin vor ein paar Jahren kennengelernt. Als ich selber schwanger war, war für mich sofort klar, dass ich auch dort gebären möchte. Als mein Freund das 1. Mal mitkam, war er auch sofort begeistert von dem Ort. Als wir später noch die Gebärabteilung im Spital gesehen haben, war es noch viel klarer, dass wir ins Geburtshaus gehen möchten. Entscheidend waren die Atmosphäre, die Arbeit der Hebammen, der natürliche und entspannte Umgang mit Schwangerschaft und Geburt, die Freiheit als Frau,…

Wer hat Dich in der Schwangerschaft für die Untersuchungen begleitet?

Ich bin ca. ab der 15. Schwangerschaftswoche zu allen Kontrollen ins Geburtshaus, weil ich mit meinem Frauenarzt nicht so auf einer Wellenlänge war. Ich habe von Anfang an die Arbeit einer Hebamme geschätzt und wollte nicht zu einem Arzt. Ich wollte auch bewusst die tolle Arbeit der Hebammen unterstützen. Ich habe die Unkompliziertheit und „Unaufgeregtheit“ genossen, es war alles ok und möglich… Gerade in Bezug auf Sport waren sie sehr offen und haben mich machen lassen, wie ich wollte. Ich hatte eine tolle Schwangerschaft, mir ging es immer sehr gut, bis zum Schluss, ich habe die Zeit geniessen können.

War die Geburt von Deinem Sohn so, wie Du es Dir vorgestellt hattest?

Die Geburt war sehr lang, viel länger, als ich mir je vorgestellt hatte. Aber auch da hat mir die Gelassenheit der Hebamme gefallen. Ich glaube, uns hätte aber etwas mehr Führung von Seiten der Hebammen gut getan, vor allem am Anfang. Dem Vater ging es gut, er hat nur auch immer gedacht, es würde schneller gehen, ihm hätte es gut getan, wenn er gewusst hätte, was der „Stand der Dinge“ ist, wie lange es noch gehen wird. Da ich keine konkrete Vorstellung einer Geburt hatte, ging ich sehr offen rein und liess alles auf mich zukommen. Vor allem die zweite Hebamme, Maria Magdalena, fand ich ganz toll, sie strahlte eine totale Ruhe aus und mit ihrer Erfahrung konnte ich ihr voll und ganz vertrauen.

Was war euch für die ersten Tage als frischgebackene Familie wichtig?

Für uns beide war es sehr wichtig, dass der Vater mit im Wochenbett sein kann. Und diese Zeit haben wir auch voll genossen, die Ruhe, das gute Essen, die gute Betreuung,…

Was habt ihr aus dieser Geburtserfahrung mitgenommen?

Vertraut auf euch selber, eine Geburt ist etwas Natürliches, aus dem man keine Riesensache machen muss und nicht alle Eventualitäten aufzeigen bzw. ausschliessen muss. Das Wichtigste für mich war Vertrauen in mich und die Natur mit dem Hintergrund, dass ich in guten Händen bin.

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