„Auch um mich als Vater wurde sich rührend gekümmert“

Ein Interview mit Simona und Martin, deren Tochter Olivia am 25.1.2014 geboren wurde.

 

Das Geburtshaus war genau richtig für uns beide. Auch um mich als Vater wurde sich rührend gekümmert. Ich kam mir zu keiner Zeit überflüssig oder gar störend vor. Die Hebammen haben sich auch stets nach meinem Wohlbefinden erkundigt und mir Tipps gegeben, wie ich meine Frau jetzt unterstützen kann. Zu sehen, wie sich die Hebammen während der Geburt um meine Frau kümmerten, gab mir ein Gefühl von grosser Sicherheit.

Simona, was war für Dich entscheidend bei der Wahl des Geburtsortes?

So natürlich wie möglich sollte es für uns sein, in nützlicher Frist erreichbar und unser Bauchgefühl stimmig. Wir wollten uns ganz einfach gut aufgehoben fühlen. Damit wir beides gesehen haben, haben wir neben dem Geburtshaus auch den Infoabend im Spital besucht. Beide Geburtsorte waren etwa gleich weit entfernt von unserem Wohnort und haben ähnliche Geburtsphilosophien (so natürlich und wenig invasiv wie möglich). Aber die Spitalatmosphäre hat uns dazu bewogen, dann doch das Geburtshaus zu wählen.

Wie hast Du diese besondere Zeit der Schwangerschaft erlebt?

Ich hatte eine super Schwangerschaft! Wir haben aber auch erst im 6. Monat gemerkt, dass ich überhaupt schwanger war. Deshalb war ich eigentlich nur 4 Monate „richtig“ schwanger. Dinge wie Übelkeit oder Müdigkeit der ersten Monate habe ich übersprungen.

Wo hast Du die Schwangerschaftskontrollen gemacht?

Ich habe erst die letzte Kontrolle im Geburtshaus gemacht. Davor war ich immer bei der Frauenärztin. Da ich erst so spät gemerkt habe, dass ich schwanger war, haben wir uns auch erst im 7. Monat mit dem Geburtsort beschäftigt und im 8. Monat entschieden, wo wir gebären möchten. Meine Frauenärztin legte aber Wert darauf, dass ich trotzdem bis zum Schluss zu ihr kam. Ich fand die Kontrollen im Geburtshaus sehr schön, da es sehr persönlich war. Es wurde auf mein Wohlbefinden und meine Gefühle eingegangen und nicht nur das „Medizinische“ angeschaut. Für mein Sicherheitsgefühl empfand ich die ärztlichen Kontrollen aber als gute Ergänzung.

Wie hast Du Olivia auf der Welt begrüsst?

Die Geburt war sehr schön. Es ging alles ganz schnell. Die Hebammen haben nur wenn nötig interveniert und mir im richtigen Moment Mut zugesprochen. Ich mochte auch die Rituale im Zusammenhang mit der Geburt, wie z.B. die Kerze ausblasen am Ende der Geburt oder auch der Geburtsbericht. Es war schön, dass wir nach der Geburt so viel Zeit für uns hatten, dass wir zu keiner Zeit von unserem Baby getrennt wurden (z.B. für Untersuchungen) und die Hebammen sich auch so herzlich für uns gefreut haben.

Habt ihr das Wochenbett im Geburtshaus verbracht und wie war das?

Das Wochenbett war sehr schön und familiär. Wir haben uns zu jedem Zeitpunkt gut aufgehoben gefühlt. Auch die gemeinsamen Essen mit den anderen Frauen waren toll. Durch die Gespräche und den Austausch mit den anderen Familien konnten wir das Geburtserlebnis gut verarbeiten.

Hast Du eine Botschaft an andere werdende Eltern?

Ich glaube, jede Familie muss für sich entscheiden, welche Faktoren für sie für eine Geburt am wichtigsten sind, um dann den Geburtsort fundiert zu wählen. Dabei spielt auch das Bauchgefühl eine wichtige Rolle. Für mich war es wichtig, nicht in einer Spitalatmosphäre mit kranken Menschen und Spitalhektik zu gebären. Es hat mir aber geholfen zu wissen, dass man bei möglichen Komplikationen schnell auch in einem Spital ist. Am Infotag wurde mir das Gefühl gegeben, dass die Hebammen wissen, was sie selber machen können und wann eine Spitalverlegung nötig ist.

Ich kann das Geburtshaus auf jeden Fall weiterempfehlen und würde auch ein weiteres Mal ins Geburtshaus gehen. Das muss aber nicht für jede werdende Familie stimmen.

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